Unternehmerfragen · Bestandskunden · Anfragen · Anzeigen · Recht

20 Fragen von Inhabern. 20 Antworten mit Zahl.

Diese Seite beantwortet 20 Fragen, die Inhaber von Handwerksbetrieben, Praxen, Kanzleien, Maklerbüros und B2B-Dienstleistern vor einer Marketingausgabe stellen: in je 40 bis 75 Wörtern, mit einer belegten Zahl oder einem offenen Rechenweg und dem Link zur Seite, die das Thema vertieft. Stand: 6. September 2026, Klickpreise vom 22. August 2026.

Stand: 6. September 202620 Fragen in 4 ThemenJede Antwort mit Zahl und QuelleKeine Rechtsberatung, kein Verkaufstext
Übersicht · Stand 6. September 2026

Welche Fragen stellen Inhaber, bevor sie Geld für Marketing ausgeben?

Immer dieselben zwanzig, in vier Gruppen. Zuerst der Bestand: was ein verlorener Kunde kostet und was 1.000 Kontakte hergeben. Dann der Prozess: Reaktionszeit, Nachfass, Gesprächsdauer. Dann Anzeigen: Klickpreise, Tagesbudget, Skalierung. Zuletzt das Recht: wer Bestandskunde ist, was aufzubewahren ist, wem das Werbekonto gehört. Jede Antwort steht für sich, die Sprungliste führt direkt hin.

Unternehmerfragen sind die Fragen, die Inhaber vor einer Ausgabe für Marketing stellen: was ein Kunde wert ist, wie schnell eine Anfrage beantwortet sein muss, was ein Klick kostet und was rechtlich erlaubt ist. Wir beantworten sie hier so, wie wir sie selbst beantworten, bevor im eigenen Maklerbüro, bei SCANWERK oder bei Saxon Capital ein Euro ausgegeben wird: mit einer Zahl, einer Einheit, einer Quelle und einem Rechenweg, den Sie mit eigenen Werten nachrechnen können. Stand: 6. September 2026.

BereichFragen (Nr.)Kernzahlen (€ / % / Tage)Vertiefung
BestandskundenFragen 1 bis 5259 bis 1.367 € kostet der Ersatz eines Kunden über Anzeigen, 198 € die RückholungKunden zurückgewinnen
Anfragen und ProzessFragen 6 bis 101 Werktag bis zum Rückruf, Nachfass an Tag 2, 7 und 21, rund 7 Anfragen je AuftragPotential & Process Audit
Anzeigen und BudgetFragen 11 bis 157,77 bis 41 € je Klick, 24 bis 129 Klicks je 1.000 €, Monatsgrenze 30,4 TagesbudgetsKosten je B2B-Anfrage
Recht und DatenFragen 16 bis 204 Bedingungen nach § 7 Abs. 3 UWG, 5 Jahre Aufbewahrung nach § 7a UWG, 4 Felder je KundeRechtsrahmen im Vergleich
Bestandskunden · Stand 6. September 2026

Was sollten Inhaber über ihre Bestandskunden wissen?

Dass der Bestand die günstigste Quelle für Termine ist und trotzdem endlich. Ein verlorener Kunde kostet zweimal, aus 1.000 Kontakten entstehen in der Modellrechnung 17 Termine, nur 55 bis 85 Prozent der Adressen sind per E-Mail nutzbar, die Ansprache von 100 Kontakten kostet je Kanal zwischen 4,46 und 135,14 Euro, und ein Rabatt kostet mehr als die Rückholung selbst. Die fünf Antworten unten rechnen das vor.

Frage 01
1.727 bis 9.111 €

Was kostet mich ein verlorener Kunde?

Zweimal. Erstens die Aufträge, die er künftig woanders vergibt: Auftragswert mal Aufträge je Jahr mal die Jahre, die die Beziehung noch getragen hätte. Zweitens der Ersatz. Eine neue Anfrage über Suchanzeigen kostet in unserer Modellrechnung 259 bis 1.367 Euro, ein gewonnener Auftrag daraus 1.727 bis 9.111 Euro. Die Rückholung aus dem Bestand liegt in derselben Rechnung bei 198 Euro je Auftrag. Die Modellrechnung weiter unten setzt beides für einen Handwerksbetrieb ein.

Vertiefung: Was eine B2B-Anfrage kostet

Frage 02
17 Termine

Wie viele Termine bringen 1.000 Bestandskontakte?

In unserer Modellrechnung 17 Termine und 5 Aufträge. Der Rechenweg: 600 der 1.000 Kontakte sind in der Ruhephase (Annahme 60 Prozent), 420 davon haben eine nutzbare E-Mail-Adresse (70 Prozent). Auf die Fünf-Mail-Sequenz antworten 21 (5 Prozent), auf Brief und Anruf an die übrigen 180 antworten 7 (4 Prozent). Aus 28 Antworten werden 17 Termine (60 Prozent) und 5 Aufträge (30 Prozent). Alle Quoten sind Setzungen, die Sie nach dem ersten Durchlauf ersetzen.

Vertiefung: Bestandskunden oder Neukunden: der Rechenweg

Frage 03
55 bis 85 %

Wie viele meiner Kundenadressen sind per E-Mail überhaupt nutzbar?

Zwischen 55 und 85 Prozent, das ist der Korridor aus unseren Audits. Bei 1.000 Kontakten sind das 550 bis 850 Adressen; der Rest, 150 bis 450 Kontakte, ist nur per Brief oder Telefon erreichbar. Ob Sie oben oder unten im Korridor liegen, hängt daran, wann die Adresse erfasst wurde: beim Auftrag oder erst bei der Rechnung. 300 Adressen mehr sind bei 5 Prozent Antwortquote 15 Antworten mehr, ohne eine einzige Anzeige.

Vertiefung: Kontaktbasis bewerten im Audit

Frage 04
4,46 bis 135,14 €

Was kostet die Ansprache von 100 Bestandskunden je Kanal?

Gerechnet mit dem Bruttostundenverdienst von 26,76 Euro (Destatis, April 2025): Die E-Mail-Sequenz kostet nach dem Aufsetzen 10 Minuten je 100 Kontakte, also 4,46 Euro. Der Serviceanlass 20 Minuten, 8,92 Euro. Der Postbrief 90 Minuten plus 95 Euro Porto, zusammen 135,14 Euro. Der Anruf 300 Minuten, 133,80 Euro. Dazu kommt einmalig das Aufsetzen, 6 Stunden für die Sequenz und 2 für den Brief. Deshalb läuft die Reihenfolge von der Mail zum Telefon, nie umgekehrt.

Vertiefung: Fünf Kanäle mit Aufwand und Rechtsrahmen

Frage 05
450 € gegen 198 €

Brauche ich einen Rabatt, um alte Kunden zurückzuholen?

Nein, er ist meist der teuerste Teil der Aktion. Zehn Prozent Nachlass auf einen Auftrag von 4.500 Euro (Annahme Handwerk) kosten 450 Euro, mehr als das Doppelte der 198 Euro, die ein zurückgeholter Auftrag in unserer Modellrechnung an Arbeitszeit und Porto kostet. Dazu senkt der Nachlass den Preis für jeden folgenden Auftrag desselben Kunden. Was stattdessen wirkt: ein Anlass aus den eigenen Daten, eine Frage mit drei Antwortmöglichkeiten und ein Rückruf binnen eines Werktags.

Vertiefung: Anschreiben und 5-Mail-Plan ohne Rabatt

Anfragen und Prozess · Stand 6. September 2026

Wie sollten Inhaber mit Anfragen umgehen?

Schnell, in festem Rhythmus und mit einer Person, die namentlich zuständig ist. Rückruf binnen eines Werktags, Nachfass an Tag 2, 7 und 21, ein Erstgespräch von 15 bis 25 Minuten vor dem Strategiegespräch. Rechnerisch braucht ein Auftrag rund sieben Anfragen, wenn 60 Prozent qualifiziert sind und 25 Prozent abschließen. Wer das in Eigenregie aufbaut, rechnet mit rund drei Arbeitstagen je 800 Kontakte.

Frage 06
1 Werktag

Wie schnell muss ich auf eine Anfrage reagieren?

Binnen eines Werktags, als Obergrenze, nicht als Ziel. Bei Praxen setzen wir als Zielwert unter zwei Stunden für Rezeption und Terminvergabe an, bei Kanzleien den Weg von 48 auf 24 Stunden. Anfrage Montag, Rückruf Donnerstag sind drei Werktage, in denen der Interessent weitere Anbieter angefragt haben kann. Die Reaktionszeit ist die erste Größe im Prozess-Check, weil sie ohne einen Euro Budget zu ändern ist. Saxon Capital schreibt die 24 Stunden offen auf die Seite.

Vertiefung: Reaktionszeit als Versprechen: Fallstudie Saxon Capital

Frage 07
Tag 2, 7 und 21

Wie oft und wann fasse ich ein Angebot nach?

Dreimal, an Tag 2, 7 und 21, jedes Mal mit einem anderen Grund: Rückfrage zum Verständnis, Hinweis auf einen Termin oder eine Frist, zuletzt die Frage nach der Entscheidung. Danach ruht der Kontakt und geht in die Evergreen-Serie im 14-Tage-Takt. Der Nachfass wirkt, weil das Angebot schon geschrieben und der Bedarf schon geäußert ist. Kein Nachfass heißt: Das Angebot entscheidet allein gegen die Konkurrenz, und der Betrieb erfährt nicht einmal, woran es lag.

Vertiefung: Werbung für Handwerker: was vor der Anzeige kommt

Frage 08
rund 7

Wie viele Anfragen brauche ich für einen Auftrag?

Rund sieben, wenn 60 Prozent der Anfragen qualifiziert sind und 25 Prozent der qualifizierten Gespräche zum Auftrag führen; beides sind die Annahmen unserer Modellrechnung. Von 100 Anfragen bleiben 60 Gespräche und 15 Aufträge, 85 Anfragen enden ohne Auftrag. Die Zahl zeigt, wo der Hebel liegt: Ein Anliegen-Filter im Formular hebt die Qualifizierungsrate, ohne dass eine einzige Anfrage mehr nötig ist. Ihre eigenen Quoten stehen in den letzten zwölf Monaten Ihrer Angebots- und Auftragsliste.

Vertiefung: Anliegen-Filter: wie Kanzleien Anfragen vorsortieren

Frage 09
15 bis 25 Min.

Wie lang sollte das erste Gespräch mit einem Interessenten sein?

15 bis 25 Minuten, und es ist kein Verkaufsgespräch, sondern eine Qualifizierung: Anliegen, Zeitrahmen, Budgetrahmen, Entscheider. Erst danach folgt das Strategiegespräch von 60 bis 90 Minuten mit allen Entscheidern. So halten wir es im Zwei-Stufen-Verkauf, und so trennt sich die Anfrage ohne Budget vom echten Projekt, bevor jemand eine Stunde investiert hat. 20 Anfragen im Monat kosten mit 60-Minuten-Terminen 20 Stunden, mit 20-Minuten-Qualifizierung knapp 7.

Vertiefung: Zwei-Stufen-Verkauf für B2B-Dienstleister

Frage 10
rund 3 Arbeitstage

Wie viele Arbeitstage kostet eine Reaktivierung in Eigenregie?

Rund drei Arbeitstage für 800 Kontakte, verteilt über 90 Tage. In unserer Modellrechnung fallen 24,5 Stunden an: 6,6 für die E-Mail-Sequenz, 4,2 für Briefe, 7,2 für Telefonate, 6,5 für Rückrufe und Termine. Je 100 Kontakte sind das rund drei Stunden. Der größte Block ist das Telefon, nicht das Schreiben, deshalb bleibt der Anruf der Priorität 1 vorbehalten. Im eigenen Maklerbüro läuft die Jahressequenz mit 26 Mails automatisiert; die Rückrufe bleiben beim Inhaber.

Vertiefung: Das eigene Maklerbüro: wo das System entstanden ist

Anzeigen und Budget · Stand 6. September 2026

Was sollten Inhaber vor der ersten Anzeige wissen?

Den Klickpreis im eigenen Suchumfeld, denn er entscheidet, was 1.000 Euro bringen: 129 Klicks bei Handwerksbegriffen, 24 bei B2B-Leadgenerierung. Dazu die Budgetregel von Google mit der Monatsgrenze von 30,4 Tagesbudgets, die Skalierung in Schritten von 20 Prozent alle drei Tage und die Verteilung des Budgets auf kalte und warme Zielgruppen. Die fünf Antworten unten sind mit unseren Klickpreisen vom 22. August 2026 gerechnet.

Frage 11
24 bis 129 Klicks

Wie viele Klicks und Anfragen bringen 1.000 Euro Werbebudget?

Je nach Suchumfeld 24 bis 129 Klicks. Bei 7,77 Euro für Handwerksbegriffe sind es 129, bei 12,63 Euro für Zahnarzt-Marketing 79, bei 21 Euro für Steuerberater-Marketing 48, bei 21,64 Euro für Makler-Leads 46 und bei 41 Euro für B2B-Leadgenerierung 24. Mit drei Prozent Formular-Conversion (Annahme) werden daraus 3,9 Anfragen im Handwerk und 0,7 im B2B-Umfeld. Die zweite Zahl heißt: Dort entsteht mit 1.000 Euro statistisch nicht einmal eine Anfrage, und daraus lernt niemand etwas.

Vertiefung: Was B2B-Marketing je Anfrage kostet, am Beispiel Hamburg

Frage 12
608 € im Monat

Reichen 20 Euro am Tag für Google Ads?

Rechnerisch 608 Euro im Monat, weil Google die Monatsgrenze bei 30,4 Tagesbudgets zieht und an einzelnen Tagen bis zum Doppelten ausgeben darf. Bei 7,77 Euro je Klick sind das 78 Klicks und mit drei Prozent Conversion rund zwei Anfragen; bei 41 Euro 14 Klicks und keine belastbare Anfrage. Für auswertbare Daten setzen wir 1.500 bis 3.000 Euro Mediabudget im Monat an, 49 bis 99 Euro am Tag. Darunter kauft man Klicks, aber keine Erkenntnis.

Vertiefung: Google Ads bei hohen Klickpreisen, am Beispiel München

Frage 13
7,77 bis 41 €

Was kostet ein Klick auf eine Google-Anzeige in meiner Branche?

Zwischen 7,77 und 41 Euro, gemessen am 22. August 2026 im eigenen Keyword-Planer-Konto für den oberen Seitenbereich: Werbung für Handwerker 7,77 Euro, Newsletter-Marketing-Agentur 9,78, Funnel-Analyse 11,73, Zahnarzt-Marketing 12,63, Immobilien-Leads kaufen 12,89, Steuerberater-Marketing 21, Makler-Leads 21,64, Performance-Marketing-Agentur 36 und Leadgenerierung B2B 41 Euro. Der Klickpreis ist die eine Zahl, die Sie vor der ersten Anzeige selbst nachschlagen können; die Conversion-Rate Ihrer Landingpage ist die zweite, und die kennt vorher niemand.

Vertiefung: Leads kaufen oder selbst generieren: die Rechnung

Frage 14
+20 % je 3 Tage

Wie schnell darf ich ein Werbebudget erhöhen?

In Schritten von höchstens 20 Prozent, mit drei Tagen Abstand. Größere Sprünge machen die Kennzahl, nach der Sie erhöhen, unvergleichbar, weil die Kampagne neu lernt. Von 1.500 auf 3.000 Euro im Monat sind das vier Schritte (1.800, 2.160, 2.592, 3.110 Euro) in zwölf Tagen. Erhöht wird nur, wenn der Preis je Anfrage zwei Wochen stabil war; sinkt die Qualifizierungsrate, geht der Schritt zurück. Wer nach einer guten Woche verdoppelt, misst danach eine andere Kampagne.

Vertiefung: Performance Ads: Skalierung nach Kennzahl

Frage 15
50 / 25 / 10 / 10 bis 15 %

Wie verteile ich ein Werbebudget auf kalte und warme Zielgruppen?

Nach Bewusstseinsstufe, nicht nach Kanal: 50 Prozent für Menschen, die das Problem erst erkennen, 25 Prozent für die, die Lösungen vergleichen, 10 Prozent für die, die kaufen wollen, und 10 bis 15 Prozent für Retargeting an frühere Besucher. Bei 3.000 Euro im Monat sind das 1.500, 750, 300 und 300 bis 450 Euro. Die Reihenfolge bleibt trotzdem: erst der Bestand, dann die Anzeigen, damit Retargeting auf eine Seite trifft, die bereits qualifiziert.

Vertiefung: Budgetlogik: Agentur gegen Aktivierungswerk-System

Recht und Daten · Stand 6. September 2026

Was müssen Inhaber beim Anschreiben rechtlich beachten?

Vier Bedingungen entscheiden, ob Sie einen Kunden ohne neue Einwilligung per E-Mail ansprechen dürfen, fünf Jahre lang müssen Sie eine Einwilligung für Telefonwerbung aufbewahren, und ein Widerspruch gilt unbefristet. Dazu zwei Fragen, die weniger mit Paragrafen als mit Ordnung zu tun haben: welche vier Felder je Kunde vorliegen müssen und wem Werbekonto und Kundenliste nach einem Agenturvertrag gehören. Keine Rechtsberatung, sondern der Rahmen, in dem wir arbeiten.

Frage 16
4 Bedingungen

Wer gilt als Bestandskunde nach § 7 Abs. 3 UWG?

Wer bei Ihnen gekauft und dabei seine E-Mail-Adresse hinterlassen hat. Die Vorschrift nennt vier Bedingungen, die zusammen gelten müssen: Adresse im Zusammenhang mit dem Verkauf erhalten, Werbung nur für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen, kein Widerspruch, und ein klarer Hinweis auf das Widerspruchsrecht bei Erhebung und in jeder Mail. Nicht darunter fallen Interessenten mit Angebot ohne Auftrag, Messekontakte und gekaufte Adressen; für sie braucht es ein Double-Opt-in. Im Zweifel zwei Listen führen, nicht raten.

Vertiefung: Segmentierung nach Rechtsgrundlage mit KlickTipp

Frage 17
5 Jahre

Wie lange muss ich eine Einwilligung für Telefonwerbung aufbewahren?

Fünf Jahre ab der Erteilung und erneut ab jeder Verwendung, so § 7a UWG. Die Dokumentation muss der Behörde auf Verlangen unverzüglich vorgelegt werden; fehlt sie, droht nach § 20 Abs. 2 UWG ein Bußgeld bis 50.000 Euro, für den Anruf beim Verbraucher ohne Einwilligung bis 300.000 Euro. Das betrifft jede Praxis, die Patienten anruft, und jeden Betrieb mit Privatkunden. Praktisch: Einwilligung mit Datum, Wortlaut und Kanal im Kundendatensatz speichern, nicht im Posteingang.

Vertiefung: Werberecht in der Praxis: HWG, Berufsordnung, Einwilligung

Frage 18
4. Bedingung

Muss in jeder Werbe-E-Mail ein Widerspruchshinweis stehen?

Ja, als vierte der vier Bedingungen aus § 7 Abs. 3 UWG: Der Hinweis muss bei der Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich erfolgen. Fehlt er in einer einzigen Mail, entfällt die Ausnahme für diese Mail. Ein Widerspruch nach Art. 21 DSGVO gilt unbefristet und ohne Begründung. Die Sperrliste gehört deshalb in die Kundendatei, nicht ins Postfach; in KlickTipp ist das ein Tag, der den Kontakt aus jeder Sequenz ausschließt.

Vertiefung: Reaktivierung mit KlickTipp: Segmentierung und Recht

Frage 19
4 Felder

Welche Daten brauche ich je Kunde, bevor ich anschreibe?

Vier Felder: Name, E-Mail-Adresse, Datum des letzten Auftrags und die gekaufte Leistung. Dazu ein Sperrvermerk für Widersprüche. Aus dem Datum entsteht die Priorität, denn die Ruhephase beginnt beim Anderthalbfachen des üblichen Auftragsabstands; aus der Leistung entsteht der Anlass, etwa eine fällige Wartung. Mehr Felder verzögern den Start, weniger machen ihn blind. Rechnungs- oder Praxissoftware exportiert die vier Felder; wer sie nur auf Papier hat, plant die Erfassung als ersten Arbeitstag ein.

Vertiefung: Bestand mit installierter Anlage: Anlass aus den eigenen Daten

Frage 20
3 Prüfstellen

Wem gehören Werbekonto und Kundenliste nach einem Agenturvertrag?

Ihnen, wenn es von Anfang an so eingerichtet ist. Ein Verwaltungskonto der Agentur darf mit Ihrem Google-Ads-Konto verknüpft sein, Inhaber des Kontos bleiben Sie; dasselbe gilt für die KlickTipp-Liste, den Pixel und die Domain. Nach § 667 BGB (über § 675 BGB) muss die Agentur herausgeben, was sie aus der Geschäftsbesorgung erlangt hat; ein Konto, das nie auf Ihren Namen lief, ist mühsam zu übertragen. Drei Stellen prüfen, bevor Sie unterschreiben: Kontoinhaber, Listeneigentum, Domain-Inhaber.

Vertiefung: Herausgabe von Konten und Listen nach § 667 BGB

Alle 20 Zahlen · Checkliste

Wie nutzen Sie diese Antworten?

Als Reihenfolge, nicht als Liste. Erst die sieben Zahlen der Checkliste aus den eigenen Daten ziehen, dann den Bestand mit den Antworten 1 bis 5 bewerten, den Prozess mit 6 bis 10 ordnen, und erst danach mit 11 bis 15 über Anzeigen entscheiden. Die Rechtsfragen 16 bis 20 gehören vor den ersten Versand. Die Tabelle stellt alle zwanzig Zahlen mit Einheit, Quelle und Vertiefung nebeneinander; die Modellrechnung setzt drei davon für einen Handwerksbetrieb ein.

Nr.Frage (Kurzform)Zahl (Wert)Einheit (€ / % / Minuten / Tage / Anzahl)Quelle oder RechenwegVertiefung (Seite)
01Preis eines verlorenen Kunden1.727 bis 9.111€ je Ersatzauftrag über AnzeigenModellrechnung 3 % Conversion, 60 % Qualifizierung, 25 % AbschlussWas eine B2B-Anfrage kostet
02Termine aus 1.000 Kontakten17Termine je 1.000 KontakteModellrechnung, Quoten 60 / 70 / 5 / 4 / 60 / 30 %Bestandskunden oder Neukunden: der Rechenweg
03Nutzbare E-Mail-Adressen55 bis 85% der BestandskontakteErfahrungswert aus AuditsKontaktbasis bewerten im Audit
04Kosten je 100 Kontakte4,46 / 8,92 / 135,14 / 133,80€ je 100 Kontakte (E-Mail / Anlass / Brief / Telefon)Minuten je Kanal × 26,76 €/h Destatis, Porto 0,95 €Fünf Kanäle mit Aufwand und Rechtsrahmen
05Rabatt gegen Rückholung450 gegen 198€ je Auftrag10 % von 4.500 € (Annahme) gegen Modellrechnung 800 KontakteAnschreiben und 5-Mail-Plan ohne Rabatt
06Reaktionszeit auf Anfragen1Werktag bis zum Rückruf (Praxen: unter 2 Stunden)Hauszahl Prozess-Check, Zielwerte Praxen und KanzleienReaktionszeit als Versprechen: Fallstudie Saxon Capital
07Nachfass-Rhythmus2 / 7 / 21Tage nach AngebotsversandHauszahl, Prozess-Check des AuditsWerbung für Handwerker: was vor der Anzeige kommt
08Anfragen je Auftragrund 7Anfragen je Auftrag (60 % qualifiziert, 25 % Abschluss)Rechnung 1 / (0,6 × 0,25) = 6,67Anliegen-Filter: wie Kanzleien Anfragen vorsortieren
09Dauer des Erstgesprächs15 bis 25Minuten (Strategiegespräch 60 bis 90 Minuten)Hauszahl Zwei-Stufen-VerkaufZwei-Stufen-Verkauf für B2B-Dienstleister
10Eigener Zeitaufwand24,5Stunden je 800 Kontakte (rund 3 Arbeitstage)Modellrechnung 800 KontakteDas eigene Maklerbüro: wo das System entstanden ist
11Klicks je 1.000 € Budget24 bis 129Klicks je 1.000 € (0,7 bis 3,9 Anfragen bei 3 %)Rechnung 1.000 € / Klickpreis, Keyword-Planer 22.08.2026Was B2B-Marketing je Anfrage kostet, am Beispiel Hamburg
12Tagesbudget 20 €608€ je Monat (30,4 Tagesbudgets)Google-Ads-Hilfe, Monatsgrenze 30,4 × TagesbudgetGoogle Ads bei hohen Klickpreisen, am Beispiel München
13Klickpreis je Branche7,77 bis 41€ je Klick, oberer SeitenbereichEigenes Google-Ads-Keyword-Planer-Konto, 22.08.2026Leads kaufen oder selbst generieren: die Rechnung
14Skalierungsschritt20% je 3 Tage (1.500 auf 3.000 € in 4 Schritten, 12 Tage)Hauszahl Skalierungsregel, Rechnung 1.500 × 1,2⁴Performance Ads: Skalierung nach Kennzahl
15Budgetverteilung50 / 25 / 10 / 10 bis 15% des Mediabudgets (kalt / vergleichend / kaufbereit / Retargeting)Hauszahl Staffelung, Rechnung bei 3.000 €Budgetlogik: Agentur gegen Aktivierungswerk-System
16Bestandskunde nach UWG4Bedingungen, alle zusammen erfüllt§ 7 Abs. 3 UWG, Wortlaut geprüft 06.09.2026Segmentierung nach Rechtsgrundlage mit KlickTipp
17Aufbewahrung der Einwilligung5Jahre ab Erteilung und nach jeder Verwendung§ 7a Abs. 2 UWG; Bußgeld § 20 Abs. 2 UWG bis 50.000 € bzw. 300.000 €Werberecht in der Praxis: HWG, Berufsordnung, Einwilligung
18Widerspruchshinweis4.Bedingung des § 7 Abs. 3 UWG, in jeder Mail§ 7 Abs. 3 Nr. 4 UWG; Art. 21 DSGVOReaktivierung mit KlickTipp: Segmentierung und Recht
19Mindestdatensatz4Felder je Kunde plus SperrvermerkEigenes Verfahren, Ruhephase ab 1,5-fachem AuftragsabstandBestand mit installierter Anlage: Anlass aus den eigenen Daten
20Eigentum an Konten und Listen3Prüfstellen vor der Unterschrift (Konto, Liste, Domain)§ 667 i. V. m. § 675 BGB; eigenes RasterHerausgabe von Konten und Listen nach § 667 BGB

Klickpreise: eigenes Google-Ads-Keyword-Planer-Konto, oberer Seitenbereich, Stand 22.08.2026. Modellrechnungen: offengelegte Annahmen auf den verlinkten Seiten, keine Zusage. Erfahrungswerte aus Audits sind als solche bezeichnet. Rechtsangaben nach dem Wortlaut der Vorschriften, abgerufen am 06.09.2026, keine Rechtsberatung.

Checkliste: sieben Zahlen aus den eigenen Daten, bevor der erste Euro fließt
  • Zahl der Kunden mit mindestens einem Auftrag in den letzten fünf Jahren, aus der Rechnungs-, Praxis- oder Kanzleisoftware
  • Anteil davon mit nutzbarer E-Mail-Adresse, gegen den Korridor von 55 bis 85 Prozent gehalten
  • Median des Auftragsabstands je Kunde, daraus die Ruhephase ab dem Anderthalbfachen
  • Auftragswert der letzten zwölf Monate im Median, netto
  • Reaktionszeit auf die letzten zehn Anfragen, gemessen vom Eingang bis zum ersten Rückruf
  • Klickpreis für die drei wichtigsten Suchbegriffe aus dem Keyword-Planer, oberer Seitenbereich
  • Qualifizierungsrate und Abschlussquote der letzten zwölf Monate aus Angebots- und Auftragsliste

Die sieben Zahlen ersetzen die Annahmen dieser Seite durch Ihre Werte. Sie kosten zusammen etwa einen halben Arbeitstag, wenn die Daten in einer Software liegen, und sie sind der Datenexport, den das Audit ohnehin verlangt.

Modellrechnung mit offenen Annahmen

Modellrechnung: ein verlorener Handwerkskunde auf drei Wegen.

PositionWert (€ / Jahre / Anzahl)Annahme oder Rechenweg
Auftragswert je Projekt4.500 €Annahme, Rechner-Voreinstellung Handwerk
Auftragsabstand desselben Kunden2 JahreAnnahme
Restdauer der Kundenbeziehung6 JahreAnnahme
Entgangene Aufträge36 Jahre geteilt durch 2 Jahre
Entgangener Umsatz13.500 €3 × 4.500 €
Weg A: Ersatz über Suchanzeigen, Kosten je Anfrage259 €7,77 € Klickpreis geteilt durch 3 % Conversion
Weg A: Kosten je gewonnenem Auftrag1.727 €259 € geteilt durch 60 % Qualifizierung und 25 % Abschluss
Weg B: Rückholung aus dem Bestand, Kosten je Auftrag198 €Modellrechnung 800 Kontakte, Arbeitszeit und Porto
Weg C: Rabatt von 10 % auf den nächsten Auftrag450 €10 % von 4.500 €, zusätzlich zum Preisverlust bei Folgeaufträgen
Verhältnis Weg A zu Weg Brund 91.727 € geteilt durch 198 € = 8,7
Was die Rechnung zeigt

Der verlorene Kunde kostet in diesem Modell 13.500 Euro Umsatz über sechs Jahre. Ihn über Suchanzeigen zu ersetzen, kostet je gewonnenem Auftrag 1.727 Euro, ihn aus dem Bestand zurückzuholen 198 Euro, und ihn mit zehn Prozent Rabatt zu halten 450 Euro plus den Preisverlust bei jedem folgenden Auftrag. Weg B ist rund neunmal günstiger als Weg A, und Weg C ist der einzige, der den Preis dauerhaft beschädigt.

Modellrechnung mit frei gewählten, offengelegten Annahmen, keine Zusage. Auftragswert, Abstand und Restdauer sind angenommen und austauschbar; ein Betrieb mit 1.200 Euro Auftragswert und jährlichem Rhythmus rechnet mit denselben Schritten und kommt auf andere Beträge.

Eigene Werte im Rechner einsetzen
Quellen und Stand

Woher die Zahlen stammen.

  • Bestandskundenausnahme mit vier Bedingungen und Einwilligungspflicht für elektronische Post: § 7 UWG (Abs. 2 Nr. 2, Abs. 3 Nr. 1 bis 4), Wortlaut abgerufen am 06.09.2026.
  • Dokumentation und Aufbewahrung der Einwilligung in Telefonwerbung, fünf Jahre ab Erteilung und nach jeder Verwendung: § 7a UWG, abgerufen am 06.09.2026.
  • Bußgeldrahmen: bis dreihunderttausend Euro für Telefonwerbung ohne Einwilligung, bis fünfzigtausend Euro für Dokumentationsmängel: § 20 UWG (Abs. 2), abgerufen am 06.09.2026.
  • Widerspruch gegen Direktwerbung, unbefristet und ohne Begründung: Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 21 Abs. 2 bis 4, Wortlaut über EUR-Lex geprüft am 06.09.2026.
  • Ansatz für die eigene Arbeitszeit: Beschäftigte verdienten im April 2025 durchschnittlich 26,76 Euro pro Stunde, Statistisches Bundesamt, abgerufen am 06.09.2026.
  • Budgetgrenzen bei Google Ads: Tagesgrenze das Doppelte des durchschnittlichen Tagesbudgets, Monatsgrenze 30,4 Mal das durchschnittliche Tagesbudget, Google-Ads-Hilfe, Tagesbudgets für Kampagnen, abgerufen am 06.09.2026.
  • Klickpreise: eigenes Google-Ads-Keyword-Planer-Konto, Deutschland, deutschsprachig, August 2025 bis Juli 2026, oberer Seitenbereich, erhoben am 22.08.2026. Porto Standardbrief 0,95 Euro: Deutsche Post, Preisliste Brief national, von der Bundesnetzagentur bis 31.12.2026 genehmigt. Modellrechnungen und Erfahrungswerte aus Audits (55 bis 85 Prozent nutzbare Adressen, Ruhephase ab dem Anderthalbfachen des Auftragsabstands) stehen mit allen Annahmen auf den verlinkten Seiten.

Stand: 6. September 2026. Der Text ersetzt keine Rechtsberatung. Bei großen Listen, unklarer Herkunft der Adressen oder Ansprache von Verbrauchern gehört der Fall vor dem ersten Versand zu einer Anwältin oder einem Anwalt für Wettbewerbsrecht.

FAQ

Häufige Fragen zu dieser Seite.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?+
Aus drei Quellen: aus unseren eigenen Modellrechnungen mit offengelegten Annahmen, aus unserem Google-Ads-Keyword-Planer-Konto (Klickpreise, Stand 22. August 2026) und aus Primärquellen, die in der Quellenliste verlinkt sind: Gesetzestexte auf gesetze-im-internet.de, das Statistische Bundesamt und die Google-Ads-Hilfe. Erfahrungswerte aus Audits sind als solche gekennzeichnet. Was sich nicht belegen lässt, steht nicht hier.
Warum sind die Antworten auf 40 bis 75 Wörter begrenzt?+
Weil eine Frage in einem Sprachmodell oder in der Suche eine Antwort braucht, die für sich allein steht. Jede Antwort nennt Zahl, Einheit und Rechenweg, damit sie ohne den Rest der Seite zitierbar ist. Wer die Herleitung sehen will, folgt dem Vertiefungslink; dort steht die Tabelle oder die Modellrechnung, aus der die Zahl stammt.
Gelten die Zahlen für jede Branche gleich?+
Nein. Die Klickpreise liegen zwischen 7,77 Euro für Handwerksbegriffe und 41 Euro für B2B-Leadgenerierung, die Quoten aus dem Bestand hängen am Auftragsabstand, und die Auftragswerte sind Annahmen je Branche. Was gleich bleibt, ist der Rechenweg. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein; die Rechner nehmen sie auf.
Wie aktuell sind die Klickpreise?+
Stand 22. August 2026, erhoben im eigenen Google-Ads-Keyword-Planer-Konto für den oberen Seitenbereich, Zeitraum August 2025 bis Juli 2026, Deutschland, deutschsprachig. Klickpreise bewegen sich mit Wettbewerb und Saison; wir aktualisieren die Zahlen mit jedem Refresh dieser Seite und nennen das Datum oben unter der Überschrift.
Was unterscheidet diese Seite von den Ratgebern?+
Diese Seite ist der Einstieg: eine Frage, eine Zahl, ein Link. Die Ratgeber und Vergleiche sind die Herleitung mit Tabellen, Rechtsrahmen und Checklisten, jeweils für ein Thema. Wer nur die Zahl braucht, bleibt hier; wer die Zahl für den eigenen Betrieb nachrechnen will, geht eine Ebene tiefer oder in die Rechner.
Kann ich eine Frage stellen, die hier fehlt?+
Ja, über das Formular auf der Startseite. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden werktags, ohne Mandat und ohne Weitergabe Ihrer Daten. Fragen, die öfter kommen, nehmen wir in diese Liste auf, anonymisiert und mit Zahl.
Verwandte Seiten

Weiterlesen: Branchen, Standorte, Werkzeuge.

Nächster Schritt

Ihre eigene Zahl statt der Annahme: Potenzial-Analyse in 20 Minuten.

Sie bringen Export und Klickpreis mit, wir rechnen die 20 Antworten auf Ihren Betrieb um. Kostenfrei, ohne Mandatszwang.

Befund für meine Domain anfordern