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Kundenliste segmentieren: was vor der ersten Kampagne aus der Liste muss und wie der Rest sortiert wird.

Eine Kundenliste segmentieren heißt, jeden Eintrag vor der ersten Mail nach Kontaktart, Rechtsgrundlage, letztem Auftrag und Leistung einzuordnen. Widersprüche und Notdienstkontakte gehören in keine Werbung, Einträge ohne Beleg nicht in den Mailversand. Rechnungen bleiben acht Jahre im Archiv, für die Werbenutzung gibt es keine feste Frist. Stand: 11. September 2026, deutsches Recht.

Stand: 11. September 20267 Felder je KontaktRechnungen 8 Jahre im Archiv
Definition und Datensatz

Was heißt Kundenliste segmentieren, wenn Sie keinen Onlineshop haben?

Segmentieren ist das Einteilen einer Kontaktliste in Gruppen, die dieselbe Ansprache vertragen, nach Merkmalen, die im eigenen Bestand schon stehen. Ohne Warenkorb sind das keine Klickprofile, sondern Rechnungsdaten, also wer wann was gekauft hat. Dafür reichen sieben Felder je Kontakt. Vier davon liefert die Rechnungs- oder Praxissoftware, drei setzen Sie beim Durchsehen von Hand.

Diese Seite behandelt die Liste selbst, also den Schritt vor der ersten Mail. Wen Sie danach zuerst anschreiben, steht auf Kunden zurückgewinnen; welche Rechtsgrundlage je Kanal gilt und wie eine Einwilligung belegt wird, auf E-Mail-Marketing, DSGVO und B2B. Die vier Pflichtfelder sind dieselben wie in den 20 Unternehmerfragen.

FeldArtWoher es kommtWofür es gebraucht wird
Name, bei Firmen mit AnsprechpartnerPflichtfeldRechnungs- oder PraxissoftwareAnrede und Dublettenprüfung
E-Mail-AdressePflichtfeldRechnung, Auftrag, AnfrageVersandweg; ohne Adresse bleibt nur der Brief
Datum des letzten AuftragsPflichtfeldRechnungsdatumRuhephase und damit die Reihenfolge der Ansprache
Gekaufte LeistungPflichtfeldRechnungspositionAnlass der Mail und Prüfung der ähnlichen Leistung nach § 7 Abs. 3 Nr. 2 UWG
SperrvermerkPrüffeldNotiz, Mail, TelefonatWiderspruch nach Art. 21 DSGVO, gilt für jeden Kanal
KontaktartPrüffeldvon Hand beim DurchsehenKauf, Anfrage ohne Auftrag oder Notdienst; entscheidet, ob Werbung überhaupt passt
NachweisPrüffeldRechnungsnummer oder Datum der EinwilligungBeleg nach Art. 5 Abs. 2 DSGVO, dass es eine Kunden- oder Einwilligungsadresse ist

Die Aufteilung in vier Pflicht- und drei Prüffelder ist unser Arbeitsraster aus den Audits. Mehr Felder verzögern den Start, weniger machen die Durchsicht blind.

Sieben Befunde

Welche Einträge müssen vor der ersten Mail aus der Liste?

Sieben Arten von Einträgen, und nicht alle werden gelöscht. Widersprüche wandern in eine Sperrdatei, damit sie beim nächsten Export nicht zurückkommen. Notdienstkontakte, Patientendaten ohne ausdrückliche Einwilligung und Adressen aus fremden Impressen fallen aus jeder Werbung. Anfragen ohne Auftrag bekommen nur mit Einwilligung eine Mail. Dubletten und unzustellbare Adressen sind Technik, die KlickTipp teilweise selbst erledigt.

BefundWoran Sie ihn erkennenWas mit dem Eintrag passiertGrundlage
Widerspruch gegen WerbungAbmeldung, Antwort wie „bitte keine Post mehr“, Vermerk nach einem Telefonatin die Werbesperrdatei statt ganz löschen, außer die Person verlangt ausdrücklich die LöschungArt. 21 Abs. 3 DSGVO; DSK-Orientierungshilfe Ziff. 5.1
Kontakt aus einer NotlageNotdienst, Rohrbruch, Aussperrung, Einsatz außerhalb der Geschäftszeitkeine längerfristige Werbenutzung, bei uns ganz aus der Werbeliste; die Daten dienen Rechnung und GewährleistungDSK Ziff. 4.6, dort am Beispiel Abschlepp- und Schlüsselnotdienst
Anfrage ohne AuftragAngebot oder Bewertung ohne Rechnung, oft lange zurückliegendE-Mail nur mit Einwilligung; nach langer Pause ist auch der Brief schwer zu begründen§ 7 Abs. 3 Nr. 1 UWG; DSK Ziff. 4.6
Gesundheitsbezug ohne EinwilligungPatient einer Praxis, Kunde von Sanitätshaus, Optiker oder Orthopädietechnikkeine werbliche Nutzung ohne ausdrückliche EinwilligungArt. 9 DSGVO; DSK Ziff. 3.6
Adresse aus Impressum oder Websitenie Kontakt gehabt, nur recherchiertraus aus der WerbelisteDSK Ziff. 4.2
Dublettegleiche Mailadresse, oder gleicher Name mit zwei Adressenzusammenführen; hat eine Zeile einen Sperrvermerk, gilt er für den ganzen KontaktKlickTipp SmartContact, eigene Regel zum Sperrvermerk
Unzustellbare AdresseHardbounce beim letzten Versandaus dem Versand; KlickTipp sperrt sie nach dem ersten Hardbounce selbstKlickTipp, Globales Bounce-Management

Gelöscht wird bei dieser Durchsicht fast nichts. Die Einträge wandern aus der Versandliste, nicht aus dem Betrieb. Die Rechnung zum Notdiensteinsatz bleibt im Archiv und der Patient in der Kartei; der Widerspruch wandert in die Sperrdatei. Was sich ändert, ist allein die Frage, ob dieser Datensatz eine Werbemail auslöst.

Für Tierarztpraxen fällt eine Zeile weg, denn Art. 9 DSGVO schützt Gesundheitsdaten von Menschen, und der Impfstatus eines Hundes gehört nicht dazu. Die übrigen sechs Zeilen gelten dort genauso.

Zwei Zwecke, zwei Fristen

Wie lange dürfen Kundendaten für Werbung genutzt werden?

Eine feste Frist gibt es nicht. Die Datenschutzkonferenz stellt auf die Zeit seit dem letzten aktiven Kontakt und auf die Art des Geschäfts ab: Ein langjähriger Kunde verträgt eine lange Werbepause eher als jemand, der einmal nach Konditionen gefragt hat. Davon getrennt laufen die Aufbewahrungsfristen. Rechnungen bleiben acht Jahre im Archiv, und das erlaubt keine einzige Werbemail.

Unterlage oder EintragFrist (Jahre)GrundlageWerbung daraus erlaubt?
Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse10§ 147 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 3 AO; § 257 Abs. 4 HGBnein, Zweck ist die Aufbewahrung
Buchungsbelege, also Ihre Rechnungen8§ 147 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 3 AO; § 257 Abs. 4 HGBnur, wenn die Werbenutzung für sich trägt
Angebote, Auftragsbestätigungen, Geschäftsbriefe6§ 147 Abs. 1 Nr. 2 und 3, Abs. 3 AO; § 257 Abs. 4 HGBnur, wenn die Werbenutzung für sich trägt
Nachweis einer widerrufenen Einwilligung3DSK Ziff. 3.7 mit § 31 Abs. 2 Nr. 1 OWiG und § 195 BGBnein, er ist nur Beleg
Eintrag in der Werbesperrdateikeine feste FristDSK Ziff. 5.1nein, er verhindert Werbung
Werbenutzung eines Kundendatensatzeskeine feste FristDSK Ziff. 4.6; Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVOja, solange die Abwägung trägt

Die Aufbewahrungspflicht ist ein Grund, die Rechnung zu behalten, kein Grund, den Kunden anzuschreiben. Eine Rechnung aus dem März 2026 darf bis Ende 2034 nicht vernichtet werden, weil die Frist erst mit dem Schluss des Kalenderjahres beginnt (§ 147 Abs. 4 AO). Ob derselbe Kunde 2034 noch Werbung bekommen darf, entscheidet diese Frist nicht. Art. 17 Abs. 3 lit. b DSGVO schützt das Aufbewahren vor der Löschung, soweit die gesetzliche Pflicht es verlangt. Eine Erlaubnis zur Werbung folgt daraus nicht.

Aus der Versandliste fällt ein Kontakt also, wenn die Werbepause nicht mehr zu begründen ist; im Rechnungsarchiv bleibt er bis zum Fristende. Kandidaten für diese Prüfung sind die Kontakte, die auf Kunden zurückgewinnen in Priorität 4 landen, weil sie länger als das Fünffache ihres üblichen Auftragsabstands ruhen.

Die Grenze zum Profiling

Wie fein darf ich meine Kunden sortieren, ohne eine Einwilligung zu brauchen?

So fein, wie es ohne zusätzlichen Erkenntnisgewinn geht. Die Datenschutzkonferenz hält eine Sortierung etwa nach Postleitzahl in der Regel für zulässig. Automatische Verfahren, die Profile bilden, Verhalten vorhersagen oder fremde Daten dazuholen, verlangen nach ihrer Auffassung eine Einwilligung. Ein Punktwert je Kunde, gebildet aus Umsatz, Öffnungen und Klicks, liegt nach dieser Einteilung auf der Seite, die eine Einwilligung braucht.

SortierungEinordnung nach DSK Ziff. 1.3.2Bei uns im Einsatz
nach Postleitzahl oder AlphabetFall a: in der Regel zulässig, kein zusätzlicher Erkenntnisgewinnja
nach Datum des letzten Auftragsnicht ausdrücklich entschieden; das Merkmal steht ohnehin auf der Rechnungja, als Einzelmerkmal
nach gekaufter Leistungnicht ausdrücklich entschieden; nötig, um die ähnliche Leistung nach § 7 Abs. 3 Nr. 2 UWG zu prüfenja, als Einzelmerkmal
Kaufwahrscheinlichkeit als Punktwert je KundeFall b: Verhaltensprognose, Profilingnur mit Einwilligung
Anreicherung mit Daten aus sozialen NetzwerkenFall b: externe Datenquelle, Werbescorenur mit Einwilligung
nach Öffnungen und KlicksMessung braucht eine eigene Einwilligung nach § 25 TDDDGnur bei Kontakten mit dieser Einwilligung

Wir sortieren nach höchstens zwei Merkmalen aus der Rechnung zugleich und rechnen keine Wahrscheinlichkeiten aus. Daten von außen holen wir nicht dazu. Das ist unsere Setzung, keine Rechtsauskunft, und sie hat einen praktischen Grund: Jede Gruppe bleibt erklärbar. Wer fragt, warum er diese Mail bekommt, erhält einen Satz zur Antwort: „Sie haben 2023 eine Heizungswartung bei uns beauftragt.“

Die Öffnungs- und Klickzeile ist die, an der Newsletter-Anleitungen am häufigsten danebenliegen. Wer Kontakte nach Leseverhalten sortiert, braucht dafür eine eigene Einwilligung in die Messung; wie die aussieht, steht auf E-Mail-Marketing, DSGVO und B2B.

Drei Achsen

Welche Segmente braucht eine Reaktivierung wirklich?

Drei Achsen genügen: die Rechtsgrundlage, die Ruhephase und die gekaufte Leistung. Die Rechtsgrundlage entscheidet den Kanal, die Ruhephase die Reihenfolge. Die Leistung liefert den Anlass und klärt, ob ein Angebot als eigene ähnliche Leistung nach § 7 Abs. 3 Nr. 2 UWG per Mail gehen darf. Jede weitere Achse vervielfacht die Zahl der Texte, und niemand schreibt sie.

Rechtsgrundlage

Entscheidet den Kanal. Liste A läuft über § 7 Abs. 3 UWG, Liste B über die Einwilligung, Liste C per Brief oder gar nicht. Die Sortierung steht auf E-Mail-Marketing, DSGVO und B2B.

Ruhephase

Entscheidet die Reihenfolge. Die vier Prioritäten nach dem Vielfachen des eigenen Auftragsabstands stehen auf Kunden zurückgewinnen.

Leistung

Entscheidet den Anlass und ob ein Angebot als eigene ähnliche Leistung per Mail gehen darf. So grob, dass je Gruppe ein eigener Text entsteht.

Wie die Leistungsachse je Branche aussieht. Im Handwerk trennt sie Wartungskunden von Einmalaufträgen, weil nur die erste Gruppe einen Termin im Kalender hat. In der Kanzlei trennt sie laufende Mandate von einmaliger Beratung. Beim Makler trennt sie Käufer und Bewertungsanfragen ohne Abschluss von abgeschlossenen Verkäufern; die ersten beiden werden später oft zu Verkäufern, die letzten gehören in die Empfehlungsansprache. Eine Bewertungsanfrage ohne Auftrag ist allerdings eine Anfrage ohne Kauf und bekommt eine Mail nur mit Einwilligung.

Wer mehr Achsen will, sollte vorher zählen, wie viele Texte daraus entstehen. Drei Achsen mit je drei Stufen ergeben siebenundzwanzig Gruppen, und kein Betrieb schreibt siebenundzwanzig Reaktivierungstexte.

Import in sechs Schritten

Wie kommt die sortierte Liste in KlickTipp?

Als CSV-Datei in UTF-8, mit einer Spalte je Segment. KlickTipp setzt für den Import eine DKIM-signierte Absenderdomain voraus, ordnet die Mailadresse dem Feld Digital ID zu und vergibt Tags über Spalten, in denen ein X steht. Einen Bestätigungsprozess brauchen Kontakte mit belegter Rechtsgrundlage nicht. Liste C gehört nicht in die Datei, und Widersprüche aus Telefon oder Brief tragen Sie vor dem Import selbst ein.

  1. 1. Datei vorbereiten

    Die Liste als CSV-Datei in UTF-8 speichern. Ältere Excel-Fassungen unter Windows scheitern daran; KlickTipp empfiehlt dann einen Texteditor oder Google Sheets.

  2. 2. Absenderdomain prüfen

    Für den Import verlangt KlickTipp eine DKIM-signierte Domain. Ohne sie startet der Import nicht, deshalb kommt dieser Punkt vor allen anderen.

  3. 3. Tags vorher anlegen

    Je Segment eine Spalte in der Datei, in jeder Zeile ein X, wenn das Segment zutrifft. Beim Zuordnen stellen Sie den Zielfeldtyp auf Tag. Das Tag muss vorher im Konto existieren.

  4. 4. Mailadresse zuordnen

    Die Spalte mit der Mailadresse gehört auf das Feld Digital ID. Daran erkennt KlickTipp später auch Dubletten.

  5. 5. Opt-in-Prozess wählen

    Kontakte der Listen A und B, deren Rechtsgrundlage belegt ist, laufen ohne Bestätigungsprozess ein. Liste C gehört gar nicht in die Datei.

  6. 6. Nach dem Import prüfen

    Unter den doppelten Kontakten zusammenführen, was SmartContact vorschlägt, und das Sperr-Tag in jedem Newsletter und jeder Kampagne ausschließen.

KlickTipp schreibt keine Tag-Namen vor, wir benutzen vier Präfixe. Damit bleibt jedes Tag ohne Handbuch lesbar, nämlich rg_a_bestand und rg_b_einwilligung für die Rechtsgrundlage, ruhe_p1 bis ruhe_p4 für die Ruhephase, leistung_ mit dem Namen der Leistungsgruppe, und sperre_widerspruch für jeden, der nein gesagt hat. Die Blacklist von KlickTipp gibt es nur in der Enterprise-Version; in allen anderen Paketen ist dieses Sperr-Tag die Werbesperrdatei, und es wird in jedem Versand ausgeschlossen.

Was KlickTipp nach dem Versand selbst regelt

EreignisSperre (Wochen / dauerhaft)Was mit dem Kontakt passiert
Hardbounce, Adresse existiert nicht mehrdauerhaftglobale Ausschlussliste, Kontakt bleibt in der Contact Cloud markiert
Softbounce, Postfach voll oder Server nicht erreichbar2 Wochendanach wird wieder zugestellt
automatische Spam-Beschwerde durch den Filter des Anbieters2 WochenKontakt bleibt aktiv
manuelle Spam-Beschwerde des EmpfängersdauerhaftKontakt wird aus den aktiven Kontakten entfernt

Quelle: KlickTipp-Hilfe, Globales Bounce-Management, Stand 05.01.2026. Die Zahl der Spam-Beschwerden soll 0,1 % der versendeten Mails nicht übersteigen, also höchstens zehn je 10.000 Mails.

Modellrechnung

Wie viele Kontakte bleiben nach der Bereinigung übrig?

In der Modellrechnung bleiben von 1.200 Zeilen eines Exports 683 Kontakte für die Mail und 293 für den Brief; 224 fallen heraus oder werden zusammengeführt. Die Anteile sind offengelegte Annahmen, keine Messung. Wichtiger als die Zahl ist die Rückrechnung: Bei 683 Mails ist eine einzige Spam-Beschwerde schon 0,15 % und liegt damit über der Grenze von 0,1 %, die KlickTipp nennt.

SchrittAnteil (%)Kontakte (Anzahl)Rechenweg
Zeilen im Export1.200Ausgangswert der Modellrechnung
Dubletten zusammenführen5601.200 × 5 %, es bleiben 1.140
Widersprüche in die Sperrdatei1111.140 × 1 %, gerundet, es bleiben 1.129
Notdienst- und Ausnahmekontakte4451.129 × 4 %, gerundet, es bleiben 1.084
Anfragen ohne Auftrag und ohne Einwilligung101081.084 × 10 %, gerundet, es bleiben 976
davon mit nutzbarer Mailadresse70683976 × 70 %, Mitte der 55 bis 85 % aus unseren Audits
davon nur per Brief erreichbar30293976 minus 683
Beschwerden, die bei 683 Mails unter 0,1 % bleiben0,10683 × 0,1 % = 0,68, also keine einzige

Modellrechnung mit offengelegten Annahmen, keine Messung in einem konkreten Betrieb. Gesetzt sind 5 % Dubletten, 1 % Widersprüche, 4 % Notdienstkontakte und 10 % Anfragen ohne Auftrag. Der Anteil nutzbarer Mailadressen ist die Mitte der Spanne von 55 bis 85 %, die wir in Audits sehen und auf dem Ratgeber zum Rückgewinnungs-Anschreiben offenlegen. Die Beschwerdegrenze von 0,1 % der versendeten Mails stammt aus dem KlickTipp-Hilfe-Center. Setzen Sie Ihre eigenen Anteile ein.

Warum die kleine Liste strenger geprüft werden muss als die große. Die Grenze von 0,1 % ist für Versender gebaut, die Zehntausende Mails verschicken. Bei 683 Mails erlaubt sie rechnerisch 0,68 Beschwerden, also keine. Ein einziger Notdienstkunde, der die Reaktivierungsmail als Spam meldet, bringt die Liste auf 0,15 %. Deshalb kommen die 45 Notdienstkontakte und die 108 Anfragen ohne Einwilligung vor dem Import heraus und nicht erst nach der ersten Beschwerde.

Die 293 Kontakte ohne Mailadresse sind kein Verlust, sondern eine eigene Gruppe für den Brief. Was ein Brief je 100 Kontakte kostet und wie er gegen Mail und Telefon abschneidet, steht auf Kunden zurückgewinnen.

Acht Punkte

Checkliste für die Durchsicht der Liste.

Die Reihenfolge ist Absicht: erst aussortieren, dann sortieren, dann importieren. Wer andersherum arbeitet, importiert Widersprüche und Notdienstkontakte mit und merkt es an der ersten Beschwerde. Nach dem Import folgt die Reihenfolge der Ansprache, und die steht auf der Seite zur Rückgewinnung.

  • Export aus Rechnungs- oder Praxissoftware mit den vier Pflichtfeldern ziehen, als CSV in UTF-8
  • Dubletten zusammenführen; hat eine Zeile einen Sperrvermerk, gilt er für den ganzen Kontakt
  • Jeden Widerspruch aus Telefon, Brief und Mail in die Sperrdatei übernehmen, bevor irgendetwas importiert wird
  • Kontaktart setzen: Kauf, Anfrage ohne Auftrag oder Notdienst, und Notdienstkontakte aus der Werbeliste nehmen
  • Bei Praxen prüfen, ob schon die Eigenschaft als Patient auf die Gesundheit schließen lässt; dann nur mit ausdrücklicher Einwilligung
  • Je Kontakt den Nachweis eintragen: Rechnungsnummer oder Datum der Einwilligung
  • Nach höchstens drei Achsen segmentieren: Rechtsgrundlage, Ruhephase, Leistung; keine Punktwerte, keine Fremddaten
  • Nach dem ersten Versand Hardbounces und Beschwerden ansehen; die Grenze liegt bei 0,1 % der versendeten Mails

Was ein Kunde über seine Laufzeit trägt und damit, wie viel Arbeit eine saubere Liste wert ist, rechnet der Kundenwert-Rechner. Wenn Sie die Durchsicht nicht selbst machen wollen: Die Kunden-Reaktivierung mit KlickTipp beginnt genau hier, und das E-Mail-Marketing hält die Liste danach sauber.

Belege

Quellen und Stand.

Stand: 11. September 2026. Die Seite beschreibt deutsches Recht; für Betriebe in der Schweiz gelten das Datenschutzgesetz und das Obligationenrecht. Sie ersetzt keine Rechtsberatung. Die Anteile der Modellrechnung sind offengelegte Annahmen.

FAQ

Häufige Fragen zur Kundenliste.

Muss ich Kunden löschen, die seit Jahren nichts gekauft haben?+
Aus der Versandliste ja, sobald die Werbepause nicht mehr begründbar ist; eine feste Frist nennt die Datenschutzkonferenz nicht. Aus der Buchhaltung nein: Rechnungen bleiben nach § 147 AO und § 257 HGB acht Jahre, gerechnet ab dem Schluss des Kalenderjahres. Das sind zwei Zwecke mit zwei Fristen, und gesetzlich befristet ist nur die Aufbewahrung.
Soll ich abgemeldete Kontakte löschen?+
In der Regel nicht ganz, sondern in eine Werbesperrdatei. Die Datenschutzkonferenz hält solche Sperrdateien für zulässig, wenn die Werbung auf dem berechtigten Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO beruht. Wer die Adresse ganz löscht, hat sie beim nächsten Export wieder in der Liste. Verlangt jemand ausdrücklich die Löschung, wird gelöscht, mit dem Hinweis, dass dann wieder Werbung kommen kann.
Darf ich die Patientenkartei einer Praxis für Werbemails nutzen?+
Nur mit ausdrücklicher Einwilligung, sobald schon die Eigenschaft als Patient Rückschlüsse auf die Gesundheit zulässt. Art. 9 DSGVO kennt für Werbung keine andere Grundlage, die Datenschutzkonferenz nennt ausdrücklich Berufe des Gesundheitswesens. Für Tierarztpraxen gilt Art. 9 in aller Regel nicht, denn die Gesundheit des Tieres ist keine Gesundheitsangabe über den Halter. § 7 UWG gilt dort trotzdem.
Verfällt eine Einwilligung nach zwei Jahren?+
Nicht von selbst. Der Bundesgerichtshof hat 2018 entschieden, dass eine Einwilligung nicht allein durch Zeitablauf erlischt (III ZR 196/17). Die Datenschutzkonferenz empfiehlt trotzdem, Einwilligungen, die länger als zwei Jahre ungenutzt lagen, vor dem nächsten Versand zu erneuern oder die Information zu wiederholen. In der Liste heißt das: das Datum der letzten Nutzung als eigenes Feld führen.
Darf ich fehlende Mailadressen von der Website des Kunden ergänzen?+
Nicht aus dem Impressum. Die Datenschutzkonferenz hält die werbliche Nutzung von Impressumsdaten regelmäßig für unzulässig, weil sie nicht freiwillig, sondern aufgrund einer gesetzlichen Pflicht veröffentlicht sind. Für eine Werbemail ohne Einwilligung kommt ohnehin nur eine Adresse in Frage, die Sie beim Verkauf vom Kunden selbst erhalten haben, so § 7 Abs. 3 Nr. 1 UWG.
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